Die Zeltkirche, die im vergangenen Jahr in Steinheim bei Memmingen stand, wird im nächsten Jahr in Balzheim stehen.

Foto: Harald Kächler

Wann soll das Theaterstück zur Reformation in Balzheim aufgeführt werden? Ist eine Kooperation zwischen Zeltkirche und Schule möglich? Wie kann man die Ökumene stärker miteinbringen? Wie könnte das Motto der Zeltkirche lauten? Wann soll das Startkapital überwiesen werden?

Fragen über Fragen, die das 19-köpfige Kernteam, das die Zeltkirche vorbereiten und durchführen soll, auf seiner jüngsten Sitzung in Balzheim beschäftigen. Von Stuttgart ist Thomas Wingert ins Illertal gekommen, der in der Württembergischen Landeskirche als Pfarrer für die Zeltkirche zuständig ist. Wingert gibt Antworten, Ratschläge, stellt selbst Fragen, vergleicht mit anderen Zeltkirchen, vermittelt und ermuntert.Die Sitzung leitet der Balzheimer Schreinermeister und Kirchengemeinderat Matthias Knecht als Vorsitzender des Kernteams. Sein Stellvertreter Rudolf Stetter, Leiter der Liebenzeller Gemeinschaft, nimmt alles auf seinem Laptop zu Protokoll und füllt die Lücken der To-Do-Liste. Immerhin vier Pfarrer gehören dem Kernteam an, drei evangelische und ein katholischer: Gerhard Bundschuh, Thomas Breitkreuz (beide Dietenheim), Ernst Eyrich (Wain) und Harald W. Losch (Balzheim).

Mit im Boot der Zeltkirche 2017 sind als Träger und Mitträger die katholischen Seelsorgeeinheiten Dietenheim-Illerrieden und Illertal (Kirchberg), die evangelischen Kirchengemeinden Dietenheim, Wain, Balzheim und Kirchdorf, die Liebenzeller Gemeinschaft, die EC-Jugendarbeit und die ökumenische Bewegung Unita Dei Cristiani. Ein solch umfassendes kirchliches Projekt wie die Zeltkirche 2017, dazu ökumenisch, hat es in dieser Region noch nie gegeben. Die dadurch erzeugte Aufbruchstimmung, aber auch die große Verantwortung ist im Kernteam deutlich zu spüren: Drei Stunden wird diese Sitzung dauern.

Die Programmplanung für fünfzehn Zelttage vom 2. bis 16. Juli 2017 ist schon relativ weit fortgeschritten: Ein „Abend der ruhigen Lieder“, das Konzert „Zwei Flügel“, ein Männerabend, ein Jugendgottesdienst, ein Candlelight Dinner, ein Klostertag und zum Schluss der Festmachabend sind schon fest eingeplant.

Nun soll den Vereinen der beteiligten Gemeinden das Konzept der Zeltkirche vorgestellt werden. Denn sie sollen sich mit speziellen Themenabenden mit in das zweiwöchige Programm einbringen können. Fix ist schon der Beitrag der Theaterfreunde Balzheim, passend zum Jahr 2017, dem Reformationsjubiläum. Sie werden im Zelt das Historienstück „Balzheim soll evangelisch werden“ spielen. „Wie kann die Ökumene noch stärker eingebracht werden?“, fragt Max Semler von der Unita Dei Cristiani, die sich genau dafür einsetzt. Er hat auch schon eine Idee, die mit dem Theaterstück verknüpft werden kann und die allgemeine Zustimmung findet.

Über das Motto der Zeltkirche 2017 ist man sich dagegen an dem Abend noch nicht einig. Drei Vorschläge kommen in die engere Wahl. Sage und schreibe 17 Arbeitskreise werden gebildet, was die Dimension dieses ökumenischen Projekts deutlich macht. Namen für Namen fügt Rudolf Stetter in seiner Liste ein, in der noch viel Platz ist. Dennoch ist der Tenor: Geht nicht, gibt’s nicht!

Und das liebe Geld! Schatzmeister Peter Villwock bittet um Überweisung des Startkapitals bis Ende Juni, und Pfarrer Ernst Eyrich stellt einen Zuschussantrag an den Innovationsfonds der Landeskirche zum Reformationsjubiläum. Ende Juni trifft sich das Kernteam wieder in Balzheim.

Größtes Fest der Ökumene